Ludmilla
- Rasse
- Europäisch Kurzhaar
- Alter
- 6 Jahre
- Geschlecht
- Weiblich
- Kastriert
- Nein
-
Abgabegrund
Fundtier
-
Besonderheiten
- Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon
- Mag vorsichtige Streicheleinheiten nach Eingewöhnungszeit
- kann schlagen, fauchen, flüchten
- benötigt Medikamente
- braucht ein ruhiges Zuhause
- hat gesundheitliche Probleme
Informationen zu Ludmilla
Wenn man sie kennt ist sie nicht einfach eine blinde Kratzbürste....sondern eine ganz zauberhafte Katzendame mit Handycap
Jetzt werde ich glatt ein bißchen rot. Sieht man aber nicht. Ich sowieso nicht…..
Ja, Sie lesen richtig. Ich bin blind. Da lag die Tierheimleitung bei ihrer ersten Einschätzung gar nicht so daneben. Das war allerdings nicht so einfach. Da ich nichts sehen kann, habe icb ganz schön Alarm geschlagen, als die Tierheinleitung bei mir den Eingangscheck machen wollte. Was haste was kannste bin ich in die Richtung geflogen aus der ich die Gefahr vermutet habe. Erstaunlich zielgerichtet, so daß deie Gute fix die Lederhandschuhe angezogen hat. In die habe ich mich dann genauso fix verbissen. Ich habe mich fast vor mir selber erschrocken…
So bin ich eigentlich nicht. Ich mag Streicheleinheiten und habe ein sehr beruhigendes Schnurren. Aber wenn Sie nichts sehen, in eine Kiste gestopft werden, nicht wisen, was jetzt passiert, durchgeruckelt werden (Autofahrt zum Tierheim Anm. d. TH Leitung) in einem Raum landen, der nach Medizin und Desinfektionsmittel riecht (Tierarztraum des Tierheims) und dann plötzlich und ohne Vorwarnung die Tür aufgeht und Hände vor Ihrem Gesicht sind…….glaubt man als NIchtsehende an das Schlimmste und kämpft sprichwörtlich um sein Leben.
Die Tests (Pupillenreflex etc) haben dann schnell gezeigt, daß ich tatsächlich nichts sehe. Eine Blutabnahme hat eine beginnende Niereninsuffizienz zutage gebracht. Ich müßte eigentlich Nierendiät fressen. Plus Medikamente. Die Medikamente sind kein Problem, aber das Futter….schmeckt mir einfach nicht. Die Pfleger sind da gnädig und ich bekomme was ich mag. Nicht richtig, aber wir sind alle der Meinung, daß ich ja die Medis zu mir nehme und das ist ja das Wichtigste. Und, da sind wir uns ebenfalls alle einig, eine Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, der Verlauf lässt sich verzögern, mehr aber nicht……
Deshalb wird hier nicht gejammert, sondern das Leben gelebt und geliebt. Mit Würde, ganz viel Spaß und Genuss. Wie sagte die Tierheimleitung: Und wenn es Sahnetorte wäre, sie dürfte sie haben….Ich glaube, dass meinte sie sicher nicht wörtlich. Aber Sie werden sicher wissen, was gemeint ist.
Wer mir also ein zuhause schenken möchte, sollte zwei Dinge mitbringen: Verständnis, dass es anfangs etwas ruppig werden könnte, bis ich weiss, wer da vor mir steht. Dann wird es aber sehr entspannt. Und zweitens, und das ist fast noch entscheidender, wissen, daß mein Leben vielleicht etwas kürzer ist, als das von gesunden Katzen. Und fein damit sein. Und keine Angst vor dem Abschied nehmen haben. Habe ich ja auch nicht. Denn vorher wird gelebt. Und zwar so richtig…..
Hinweis zur Tiervermittlung
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